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ZUGFeRD oder XRechnung? Die richtige Wahl für Deutschland

Posted on
July 17, 2026
Written by
Fairouz Ben Guirat

Beide Formate erfüllen die deutsche E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich – sie basieren jedoch auf grundlegend verschiedenen Ansätzen. Bei ZUGFeRD hängt die Compliance vom gewählten Profil ab. Wenn Sie die Unterschiede verstehen, treffen Sie eine Entscheidung, die auch 2028 noch Bestand hat.

ZUGFeRD: Das Hybridformat

ZUGFeRD kombiniert ein für Menschen lesbares PDF mit einer eingebetteten XML-Datei (CII) in einem einzigen Dokument. Die Beliebtheit in Deutschland ist leicht erklärt: Die Rechnung sieht immer noch aus wie eine Rechnung. Jeder kann sie öffnen, lesen, ausdrucken und archivieren.

Doch die hybride Natur bringt Kompromisse mit sich. ZUGFeRD-Rechnungen werden meist per E-Mail versendet – ohne Zustellbestätigung, ohne Absenderverifizierung und ohne Garantie, dass das empfangende System tatsächlich die eingebettete XML-Datei und nicht nur das PDF verarbeitet. Zwei Versionen derselben Rechnung in einer Datei bedeuten zudem zwei potenzielle Quellen für die Datenwahrheit.

Es gibt auch einen technischen Haken. Die XML-Datei in einer ZUGFeRD-Rechnung verwendet immer die CII-Syntax, während ein Großteil des E-Invoicing-Ökosystems, einschließlich des Peppol-Netzwerks, auf UBL basiert. In der Praxis bedeutet das oft einen zusätzlichen Konvertierungsschritt, bevor die Rechnungsdaten tatsächlich in Ihr ERP- oder Buchhaltungssystem fließen können.

Zudem ist die Compliance nicht automatisch gegeben. ZUGFeRD 2.x ist nur ab dem Profil „EN 16931“ (Comfort) konform zur Norm EN 16931 – die weit verbreiteten Profile „Minimum“ und „Basic WL“ gelten unter der deutschen E-Rechnungspflicht nicht als gültige E-Rechnungen. Bei der XRechnung gibt es kein Profil, bei dem man Fehler machen könnte.

XRechnung: Der strukturierte Standard

Die XRechnung ist die deutsche Umsetzung der Norm EN 16931: eine reine, strukturierte XML-Rechnung mit einem einzigen, eindeutigen Datensatz. Sie ist das vorgeschriebene Format für die Rechnungsstellung an deutsche Bundes- und Landesbehörden (B2G) und wird nativ über das Peppol-Netzwerk übertragen.

Genau hier liegt der entscheidende Vorteil.

Warum XRechnung über Peppol der intelligentere Weg ist

Deutschland schreibt zwar keinen Übertragungsweg vor, aber Peppol ist der Standard, in dessen Richtung sich die strukturierte E-Rechnung in Deutschland und ganz Europa entwickelt:

  • Garantierte, verifizierte Zustellung. Jeder Teilnehmer im Peppol-Netzwerk ist identifiziert und registriert. Rechnungen kommen beim richtigen Empfänger an, und der Zustellstatus wird direkt in Ihr System zurückgemeldet – keine verlorenen E-Mails, keine gefälschten Absender.
  • Eine Verbindung, alle Geschäftspartner. Dieselbe Peppol-Verbindung, die Ihre deutschen Kunden erreicht, funktioniert auch für Kunden in Belgien, den Niederlanden, Frankreich und darüber hinaus. ZUGFeRD endet an der Grenze; Peppol nicht.
  • B2G ist bereits Realität. Für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber in Deutschland ist XRechnung bereits Pflicht. Die Standardisierung darauf bedeutet ein einheitliches Format für Behörden und Unternehmen gleichermaßen.
  • Bereit für die Zukunft. Das ViDA-Rahmenwerk der EU und die kommende E-Reporting-Pflicht in Deutschland basieren auf dem Austausch strukturierter Daten. Ein reines XML-Format in einem zertifizierten Netzwerk ist die zukunftssichere Lösung; ein PDF-Hybrid ist es nicht.

„Aber unsere Kunden möchten eine lesbare Rechnung.“

Die bekommen sie. Dokapi erstellt aus jeder eingehenden XML-Rechnung automatisch ein übersichtliches, menschenlesbares PDF, damit Ihre Kunden und deren Buchhaltung mit einem vertrauten Dokument arbeiten können, während ihre Software die strukturierten XRechnung-Daten im Hintergrund verarbeitet.

Anders gesagt: Alles, was der deutsche Markt an ZUGFeRD schätzt, ohne auf die Zuverlässigkeit, Reichweite und Zukunftssicherheit von Peppol zu verzichten.

Im direkten Vergleich

ZUGFeRD XRechnung über Peppol
Format Hybrides PDF mit eingebettetem XML Reines strukturiertes XML (EN 16931)
XML-Syntax Nur CII, häufig ist eine Konvertierung für UBL-Systeme erforderlich UBL, der führende Standard im Peppol-Netzwerk
Menschenlesbar Ja, integriertes PDF Ja, Dokapi erstellt automatisch ein lesbares PDF
Übertragung In der Regel per E-Mail Zertifiziertes, sicheres Peppol-Netzwerk
Zustellbestätigung Nein Ja, Statusrückmeldung über den gesamten Übertragungsprozess
Absenderprüfung Nein Ja, alle Teilnehmer sind im Netzwerk registriert
B2G Deutschland Von den meisten Behörden nicht akzeptiert Vorgeschriebenes Format
EN 16931-konform Erst ab dem Profil „EN 16931“ Immer
Grenzüberschreitende Nutzung Vor allem für Deutschland Gesamtes Peppol-Netzwerk – europaweit und international
Bereit für ViDA & E-Reporting Eingeschränkt Ja

Mehr als nur ein Formatwechsel

Viele Unternehmen betrachten die gesetzlichen Vorgaben nur als lästige Pflichtaufgabe: PDF-Rechnungen durch ein konformes Format ersetzen und weitermachen. Das greift zu kurz. Strukturierte Rechnungsdaten in einem verifizierten Netzwerk sind der Schlüssel zu echter Automatisierung – berührungslose Rechnungsverarbeitung, automatischer Abgleich und Freigabe, Echtzeit-Statusübersicht und schnellere Zahlungszyklen. Unternehmen, die sich jetzt für XRechnung über Peppol entscheiden, erfüllen nicht nur die gesetzlichen Anforderungen, sondern modernisieren ihre gesamte Finanzkette, während die Konkurrenz noch mit der PDF-Konvertierung beschäftigt ist.

Egal, welche Formate Ihre Geschäftspartner verwenden, die Formatkonvertierung von Dokapi schließt die Lücke – Ihre Systeme senden und empfangen genau in der Struktur, die erwartet wird. Wenn Sie jedoch für das nächste Jahrzehnt planen, ist XRechnung über Peppol die Wahl, die sich langfristig auszahlt.

XRechnung über Peppol sorgt für einfachere Compliance, verifizierte Zustellung und eine zukunftssichere Basis für die elektronische Rechnungsstellung in ganz Europa.