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E-Invoicing, Sicherheit und digitale Transformation in Peppol

Posted on
April 2, 2026
Written by
Roel Verbeeck

Dieser Artikel präsentiert Erkenntnisse aus einer Diskussion mit Paul Simons, der als PoAC-Community Leader innerhalb des Peppol-Netzwerks tätig ist. Er ist auch stark an der Arbeit von CEN/TC 434 beteiligt, das europäische Standards für die elektronische Rechnungsstellung festlegt. Durch seine Doppelfunktion bietet er eine einzigartige Perspektive auf die Entwicklung, die Herausforderungen und Möglichkeiten der elektronischen Rechnungsstellung, wobei der Schwerpunkt insbesondere auf Sicherheit, Zugänglichkeit und Skalierbarkeit liegt.

Paul Simons spielt eine Schlüsselrolle in der Post-Award Community (PoAC) von Peppol, die sich auf Dokumente und Prozesse nach Vertragsunterzeichnung konzentriert, wie z. B. die elektronische Rechnungsstellung. Gleichzeitig ist er eng an CEN/TC434 beteiligt, dem technischen Ausschuss, der für die Entwicklung und Pflege der europäischen Norm EN 16931 zuständig ist. Diese beiden Arbeitsabläufe sind stark miteinander verknüpft. Laut Paul ist es fast unmöglich, eine strikte Grenze zwischen ihnen zu ziehen: „Es passt alles zusammen.“

Sicherheit innerhalb des Peppol-Ökosystems

Geschäftskritische Daten erfordern strukturelle Sicherheit


Da Peppol ein vertrauenswürdiges, weltweites Netzwerk ist, das für sensible Transaktionen verwendet wird, müssen Access Points sicherstellen, dass die Sicherheit jederzeit an erster Stelle steht. Paul weist auf die Risiken hin, die beim Onboarding von Unternehmen in das Netzwerk entstehen, wie zum Beispiel:

- KYC (Know Your Customer): Überprüfung der Firmenregistrierungsnummer und des autorisierten Unterzeichners.
- Die Notwendigkeit einer regelmäßigen Überprüfung der Kunden und der Erfassung von Statusänderungen (z. B. Abmeldung, Konkurs, Eigentümerwechsel).
- Förderung der ISO 27001-Zertifizierung für alle Dienstleister.


„Jeder Dienstanbieter muss sich darüber im Klaren sein: Wenn Ihr Netzwerkzertifikat gesperrt wird, sperren Sie alle Ihre Endkunden.“

Internationaler Druck für höhere Standards


Da immer mehr Regierungen Peppol als Rückgrat für ihre nationalen E-Invoicing-Infrastrukturen einsetzen, wächst der internationale Druck, die Compliance-, Interoperabilitäts- und Sicherheitsstandards zu erhöhen.
Was als europäische Interoperabilitätsinitiative begann, hat sich zu einem globalen Rahmen entwickelt, und mit dieser Erweiterung geht eine verstärkte Kontrolle sowohl innerhalb des Netzwerks als auch durch externe Regulierungsbehörden, Handelspartner und Industrieverbände einher.
Das Ziel, allein in Belgien 1,2 Millionen Unternehmen zu registrieren, erfordert robustere Sicherheit und skalierbare Prozesse. Mehr Dienstleister bedeuten mehr Risiko, sofern keine präventiven Maßnahmen getroffen werden.

Die Expansion von Peppol in Länder wie Singapur, Malaysia und die Vereinigten Arabischen Emirate bedeutet, dass die internationalen Sicherheitsanforderungen steigen.
- OpenPepPol selbst hat darauf mit einer Verschärfung der Richtlinien reagiert:
- Aktualisierte Dienstanbietervereinbarungen mit klareren Verpflichtungen
-- Strengere SMP/SML-Managementrichtlinien
-- Durchsetzung der regelmäßigen Teilnehmerüberprüfung
- Internationale Handelsorganisationen drängen auf:
-- Umfassendere gegenseitige Anerkennung von Peppol-IDs über Grenzen hinweg
-- Transparenz bei den Onboarding- und Governance-Modellen
-- Angleichung an die EU-Richtlinie zur elektronischen Rechnungsstellung (2014/55/EU), ähnliche Initiativen auf Märkten außerhalb der EU
- Multinationale Unternehmen setzen Länder unter Druck, sicherzustellen, dass die lokalen Peppol-Implementierungen nicht nur konform, sondern auch interoperabel und vorhersehbar sind.
Vermeidung von Fragmentierung durch lokale Abweichungen.

Kosten und Zugänglichkeit: Die Debatte über Mandate und Fairness

Da die elektronische Rechnungsstellung in immer mehr Ländern zur Pflicht wird, insbesondere für B2G- und bald auch für B2B-Transaktionen, äußern viele kleine Unternehmen Bedenken. Obwohl die meisten den Wert der Digitalisierung verstehen, stellen sie die Frage, ob es fair ist, gesetzlich verpflichtet zu sein, ein System einzuführen, das mit Kosten verbunden ist.
Zu den typischen Einwänden gehören:
- „Warum muss ich für etwas bezahlen, das verpflichtend ist?“

- „Das scheint zu komplex für mein kleines Unternehmen.“

Für kleine Unternehmen, die nur wenige Rechnungen pro Monat versenden, können sich selbst grundlegende Einrichtungs- und Nutzungsgebühren belastend anfühlen, insbesondere wenn sie mit unbekannten digitalen Tools und technischem Fachjargon kombiniert werden.

Laut Paul fehlt diesen Bedenken oft der Kontext. In der Praxis sind die Kosten minimal:
- E-Invoicing-Dienste für Einsteiger sind für ein paar Euro pro Monat erhältlich. Einige berechnen ein paar Cent pro gesendeter Rechnung.
- Es gibt kostenlose Optionen für den Empfang von Rechnungen oder eine begrenzte Anzahl von Dokumenten, die gesendet werden können.

Paul merkt auch an, dass die elektronische Rechnungsstellung auf lange Sicht Geld sparen kann. Buchhalter verlangen möglicherweise weniger für die Bearbeitung strukturierter Rechnungen, und Unternehmen vermeiden die versteckten Kosten für manuelle Eingabe, Druck und Versand.
Dann haben Sie die wichtigsten Vorteile der elektronischen Rechnungsstellung, wie automatische Bearbeitung und Buchung:
- Buchhalter berichten von einer Automatisierungsgenauigkeit von bis zu 90% nach nur wenigen Monaten.
- Zeitersparnis führt zu niedrigeren Kosten oder höheren Margen.
- Tools werden intelligenter

Die elektronische Rechnungsstellung wird Geschäftsinhabern langfristig Transparenz, Vertrauen und Kontrolle bieten.

Fazit


Die Umstellung auf die obligatorische elektronische Rechnungsstellung und den PEPPOL basierten Dokumentenaustausch ist nicht nur ein technischer Vorgang. Es handelt sich um einen Systemwechsel, der Sicherheit, Barrierefreiheit, Bildung und Skalierbarkeit kombiniert.

Paul Simons setzt sich für Realismus, Zusammenarbeit und Standards ein, die sowohl Sicherheit als auch Vertrauen fördern, ohne die wirtschaftliche Realität der beteiligten Unternehmen zu ignorieren.