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Disrupting EDI: Peppol's Rise as Universal Interoperability Infrastructure

Veröffentlicht am
August 27, 2026
Verfasst von
Mathieu Pasture

Während des European E-Invoicing Exchange Summit am 2. Oktober in Berlin wird Mathieu Pasture, Product Owner bei Dokapi, ein Round Table zu diesem Thema moderieren.

Seit fast 50 Jahren bildet EDI das Backbone des B2B-Dokumentenaustauschs und hat sich dabei bereits mehrfach neu erfunden. Nun steht möglicherweise die bisher größte Transformation an. Peppol, lange Zeit als Nischenkanal für die E-Rechnung wahrgenommen, positioniert sich still und leise als Interoperabilitätsschicht für Beschaffung, Logistik und Finanzwesen in ganz Europa. Hier ein Vorgeschmack auf die Fragen, die wir zur Diskussion stellen werden.

EDI im Wandel: warum dieser Schritt unumgänglich ist

Peppol reduziert den Bedarf an bilateralen Verbindungen, proprietären Formaten und kostspieligem Partner-Onboarding. Da standardisierte Konnektivität zunehmend verfügbar wird, müssen sich klassische EDI-Modelle von der Verwaltung einzelner Punkt-zu-Punkt-Verbindungen hin zu skalierbaren Interoperabilitätsdiensten weiterentwickeln.

Peppol sollte nicht allein der Buchhaltung gehören

Da sich Peppol auf Bestellungen, Kataloge, Lieferavise, Statusmeldungen und weitere Supply-Chain-Prozesse ausweitet, kann es nicht länger als reine Buchhaltungs- oder Rechnungsfunktion betrachtet werden. Unternehmen sollten Peppol zunehmend als gemeinsame Integrationsinfrastruktur verstehen, die Finanzwesen, Beschaffung, Logistik, Supply Chain und weitere Geschäftsbereiche bedient und nicht als Posten, der allein der Finanzabteilung gehört.

Peppol ist kein E-Invoicing-Netzwerk

E-Invoicing mag heute der wichtigste Treiber für die Einführung von Peppol sein, doch im Kern handelt es sich um ein generisches Interoperabilitätsframework. Sein Potenzial erstreckt sich über die gesamte Lieferkette von Beschaffung und Bestellwesen über Logistik bis hin zur Rechnungsstellung. Wer Peppol-Architekturen ausschließlich auf Rechnungen ausrichtet, riskiert Einschränkungen, sobald Unternehmen später in diese breiteren Prozesse expandieren.

Bei Peppol geht es um Digitalisierung, nicht darum, jede bestehende Technologie zu ersetzen

Peppol sollte als Teil einer umfassenderen Digitalisierungsstrategie betrachtet werden und nicht als isolierte Lösung. Es kann bestehende EDI-Systeme ergänzen, indem es dort standardisierte Konnektivität bietet, wo eine bilaterale Integration nicht erforderlich ist, während Technologien wie OCR weiterhin Dokumente von Partnern digitalisieren, die noch nicht strukturiert oder angebunden sind. Die eigentlich interessante Frage ist nicht, welche Technologie sich durchsetzt, sondern wie Unternehmen Peppol, EDI, OCR und APIs zu einer kohärenten digitalen Strategie zusammenführen, statt sie als konkurrierende Optionen zu behandeln.

Wo endet die Interoperabilität von Peppol?

Peppol standardisiert, wie Teilnehmer einander finden, Dokumente austauschen und vereinbarte Formate validieren, es standardisiert jedoch nicht jeden internen Geschäftsprozess. Daraus ergibt sich eine wichtige Frage: Wo genau beginnen und enden die Verantwortlichkeiten des Peppol-Netzwerks, des Service Providers, des ERP-Anbieters und des Anwenderunternehmens?

Der Access Point wird zur Infrastruktur, nicht zum Produktmerkmal

Anstatt dass jeder ERP oder Buchhaltungsanbieter seine eigene Peppol-Konnektivität aufbaut und pflegt, wird die Access-Point-Funktionalität zunehmend als gemeinsame Infrastruktur bezogen. So können sich Softwareanbieter auf ihre Kernfunktionalität konzentrieren, während spezialisierte Anbieter Konnektivität, Compliance, Routing und die Weiterentwicklung des Netzwerks übernehmen.

Von komplexen EDI-Projekten zu skalierbarer Interoperabilität

Peppol-Implementierungen reproduzieren mitunter die Komplexität klassischer EDI-Projekte: individuelle Mappings, Routing-Regeln, erneutes bilaterales Onboarding. Die eigentliche Chance liegt darin, dieses Modell grundlegend neu zu denken: so weit wie möglich standardisieren, das Onboarding nahezu reibungslos gestalten und den Mehrwert der Service Provider auf Validierung, Observability, APIs, Lifecycle-Management und geschäftliche Semantik konzentrieren.

Seien Sie Teil der Diskussion. Genau diese Fragen werden wir beim European E-Invoicing Exchange Summit am 2. Oktober in Berlin vertiefen, wo Mathieu Pasture ein Round Table zu diesem Thema moderieren wird. Wenn Sie ebenfalls dort sind, sprechen Sie uns gerne an. Wir freuen uns darauf, die Diskussion persönlich fortzusetzen.